Datengrundlagen
Der Assistent nutzt ausschließlich amtliche oder offen nachnutzbare Quellen. Für jeden dargestellten Wert ist nachvollziehbar, woher er stammt und wie genau er ist.
Verwendete Datensätze
| Datensatz | Herausgeber | Lizenz | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Klimarasterdaten, 30-jährige Normalperioden (1 km) | Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center | DL-DE/BY-2.0 | Temperatur, Sommertage, Heiße Tage, Niederschlag Sommer und Winter |
| Regionale Gebietsmittel, Jahreswerte ab 1881/1951 | Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center | DL-DE/BY-2.0 | Tropennächte sowie die Zeitreihen des beobachteten Verlaufs |
| DWD-Referenz-Ensemble v2018 (EURO-CORDEX, bias-adjustiert, 5 km) | Deutscher Wetterdienst (DWD) | DL-DE/BY-2.0 | Klimaprojektionen RCP 2.6/4.5/8.5 je klimatischem Naturraum |
| Verwaltungsgebiete 1:250 000 (VG250) | Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) | DL-DE/BY-2.0 | Gebietsgrenzen, Zuschnitt der Rasterauswertung, Kartendarstellung |
| Gemeindeverzeichnis (Auszug GV, Stand 31.12.2024) | Statistisches Bundesamt | DL-DE/BY-2.0 | Einwohnerzahl, Fläche und Postleitzahl je Gemeinde |
| KOSTRA-DWD-2020 (Starkniederschlagsregionalisierung, 5 km) | Deutscher Wetterdienst (DWD) | DL-DE/BY-2.0 | Bemessungsniederschläge je Dauerstufe und Wiederkehrzeit |
| Hinweiskarte Starkregengefahren (HWK_SRG) | Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) | DL-DE/BY-2.0 | Überflutungstiefe bei außergewöhnlichem und extremem Starkregen |
| Hochwassergefahren- und -risikokarten der HWRM-RL | Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) für die LAWA | je Land, überwiegend DL-DE/BY-2.0 | Überflutungsflächen für drei Eintrittswahrscheinlichkeiten |
| Einrichtungen und Grünflächen (Overpass-API) | OpenStreetMap-Mitwirkende | ODbL 1.0 | Kitas, Schulen, Pflege, Kliniken, Feuerwehr, Parks und Wald |
Kennwerte und ihre Definition
| Kennwert | Einheit | Definition | Räumliche Ebene |
|---|---|---|---|
| Jahresmitteltemperatur | °C | Mittlere Lufttemperatur über das Jahr, 2 m über Grund. | DWD, Rasterdaten 1 km |
| Sommertage | Tage/Jahr | Tage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 25 °C. | DWD, Rasterdaten 1 km |
| Heiße Tage | Tage/Jahr | Tage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30 °C. | DWD, Rasterdaten 1 km |
| Tropennächte | Nächte/Jahr | Nächte, in denen die Lufttemperatur nicht unter 20 °C fällt. Erholung von Hitze bleibt dann aus. | DWD, Gebietsmittel auf Landesebene |
| Niederschlag Sommer | mm | Niederschlagssumme der Monate Juni bis August. | DWD, Rasterdaten 1 km |
| Niederschlag Winter | mm | Niederschlagssumme der Monate Dezember bis Februar. | DWD, Rasterdaten 1 km |
Methodik
Die Klimakennwerte entstehen als Flächenmittel: Jede Rasterzelle des DWD-Gitters wird derjenigen Gemeinde zugeordnet, in der ihr Mittelpunkt liegt; anschließend wird über alle Zellen einer Gemeinde gemittelt. Kreis- und Landeswerte ergeben sich aus den Zellen aller zugehörigen Gemeinden. Gemeinden, die kleiner als eine Rasterzelle sind, erhalten den Wert der nächstgelegenen Zelle.
Als Gegenwart dient die aktuelle Normalperiode 1991–2020, als Vergleich die klimatologische Referenzperiode 1961–1990. Die Einstufung eines Werts als „hoch" oder „niedrig" erfolgt relativ: Sie beruht auf den Quintilen der Verteilung über alle 10.747 Gemeinden und 401 Kreise.
Bekannte Grenzen
Tropennächte liegen bundesweit nicht als Raster vor, sondern nur als Gebietsmittel auf Landesebene. Da Tropennächte fast ausschließlich in dicht bebauten Lagen auftreten, unterschätzt dieser Flächenmittelwert die Belastung in Innenstädten erheblich. Berlin, Hamburg und Bremen führt der DWD zudem nur gemeinsam mit ihrem Umland. Eine belastbare Aussage zur städtischen Wärmeinsel erfordert eine lokale Stadtklimaanalyse.
Klimaprojektionen liegen nicht gemeindescharf vor. Der DWD weist sie je klimatischem Naturraum aus – laut DWD die kleinste fachlich interpretierbare Raumeinheit, da Gemeindegrenzen nicht an Topografie oder Landschaftsstrukturen gebunden sind. Über die Zuordnungstabelle der DWD-Dokumentation erhält jeder Kreis die gemittelten Werte seiner Naturräume; die Gemeinden eines Kreises tragen deshalb identische Projektionswerte. Einzelne Naturräume sind vom DWD wegen komplexer Topografie oder dünner Stationsdichte als weniger verlässlich markiert; die Anwendung weist das aus.
Zwei Bezugsperioden: Die Projektionen beziehen sich auf den Beobachtungszeitraum 1971–2000 aus HYRAS-Rasterdaten (5 km), die Kennwerte der Klimawirkungsanalyse dagegen auf 1991–2020 (1 km). Basiswerte und Änderungssignale dürfen daher nicht mit den Gegenwartswerten verrechnet werden. Die angegebenen Spannen sind keine Prognosen, sondern das 15. bis 85. Perzentil des Modellensembles.
OpenStreetMap-Daten erfassen nur eingetragene Objekte. Flächig kartierte Einrichtungen ohne Mittelpunkt können fehlen; die Abdeckung ist als Untergrenze zu verstehen.
Starkregengefahren: Die Hinweiskarte des BKG liegt bislang für zwölf Bundesländer vor. Für Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und das Saarland fehlt sie noch; das BKG will die bundesweite Kartierung Ende 2026 abschließen. Bis dahin sind dort die Starkregengefahrenkarten des Landes oder der Kommune heranzuziehen. Die Überflutungsflächen selbst lassen sich nicht aus Niederschlagsdaten ableiten: Sie stammen aus einer hydraulischen Simulation auf dem 1-Meter-Geländemodell mit Gebäude-, Durchlass- und Landbedeckungsdaten – das zweite Szenario des BKG rechnet sogar mit einer bundesweit konstanten Regenmenge von 100 mm in der Stunde und enthält damit gar keine Niederschlagsinformation. Ableitbar ist der auslösende Regen: Die Bemessungsniederschläge nach KOSTRA-DWD-2020 liegen bundesweit vor und werden für jedes Gebiet ausgewiesen – auch dort, wo die Überflutungskarte fehlt.
Hochwassergefahren: Die Überflutungsflächen der EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie liegen bundesweit vor. Die Anwendung zählt die Flächen im umschließenden Rechteck des Gebiets, nicht in der exakten Gebietsgrenze – das ist ein Hinweis auf Betroffenheit, keine Flächenbilanz. Die Zählung fließt bewusst nicht automatisch in die Betroffenheitseinstufung ein: Aus der Anzahl von Teilflächen lässt sich keine Belastungsstufe ableiten.