Die sechs Pflichtkennwerte für Kippenheim, gemittelt über die aktuelle Normalperiode 1991-2020, und ihre Veränderung gegenüber der klimatologischen Referenzperiode 1961-1990. Die Einstufung vergleicht das Gebiet mit allen Gemeinden Deutschlands.
Jahresmitteltemperatursehr hoch
10,7 °C
1961-1990: 9,9 °C·+0,8 °C
Mittlere Lufttemperatur über das Jahr, 2 m über Grund.
Sommertagesehr hoch
60,6 Tage/Jahr
1961-1990: 45,8 Tage/Jahr·+14,8 Tage/Jahr
Tage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 25 °C.
Heiße Tagesehr hoch
15,3 Tage/Jahr
1961-1990: 8,8 Tage/Jahr·+6,5 Tage/Jahr
Tage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30 °C.
Tropennächte
0,5 Nächte/Jahr
1961-1990: 0,2 Nächte/Jahr·+0,3 Nächte/Jahr
Nächte, in denen die Lufttemperatur nicht unter 20 °C fällt. Erholung von Hitze bleibt dann aus.
Niederschlag Sommersehr hoch
273 mm
1961-1990: 283 mm·-10,2 mm
Niederschlagssumme der Monate Juni bis August. Ob ein hoher Wert entlastet (weniger Trockenheit) oder belastet (Erosion, Überflutung), hängt vom Handlungsfeld ab – daher ohne Belastungsbewertung.
Niederschlag Wintermittel
193 mm
1961-1990: 195 mm·-2,0 mm
Niederschlagssumme der Monate Dezember bis Februar. Ob ein hoher Wert entlastet (weniger Trockenheit) oder belastet (Erosion, Überflutung), hängt vom Handlungsfeld ab – daher ohne Belastungsbewertung.
Räumliche Auflösung beachtenTemperatur-, Sommertag-, Heiße-Tage- und Niederschlagswerte sind Flächenmittel aus dem 1-km-Raster des DWD. Tropennächte liegen bundesweit nur als Gebietsmittel auf Landesebene vor und unterschätzen dicht bebaute Innenstadtlagen deutlich – dort sind städtische Wärmeinseln nur mit einer lokalen Stadtklimaanalyse zu erfassen. Für die Konzepterstellung sind diese Werte als Untergrenze zu lesen.
Beobachteter Verlauf
Jahreswerte als Gebietsmittel für Baden-Württemberg. Sie zeigen die Schwankungsbreite einzelner Jahre, die in den 30-jährigen Mittelwerten oben nicht sichtbar ist.
Punkte: Einzeljahre ab 1881. Linie: gleitendes 30-Jahres-Mittel. Gebietsmittel für Baden-Württemberg. Quelle: DWD, regionale Gebietsmittel.
Projizierte Entwicklung der Pflichtkennwerte für Kippenheim nach dem DWD-Referenz-Ensemble v2018. Die KAnK-VO verlangt mindestens ein mittleres Emissionsszenario (RCP 4.5) und ein Hochemissionsszenario (RCP 8.5); für die ferne Zukunft sind beide anzugeben, für die nahe Zukunft genügt RCP 4.5. Für Wassermangel sowie Hochwasser und Starkregen ist aus Gründen der Daseinsvorsorge RCP 8.5 heranzuziehen.
Kennwert
Basis 1971-2000
Projiziert 2071-2100
Änderung
Jahresmitteltemperatur °C
8,7
11,9 – 13,7 °C
+3,1 bis +5,0 °C
Sommertage Tage/Jahr
34,3
70,7 – 94,7
+36,3 bis +60,3 Tage
Heiße Tage Tage/Jahr
5,3
25,3 – 45,3
+20,0 bis +40,0 Tage
Tropennächte Nächte/Jahr
0,0
8,0 – 23,0
+8,0 bis +23,0 Nächte
Niederschlag Sommer mm
300
221 – 292 mm
-26,3 bis -2,7 %
Niederschlag Winter mm
270
289 – 355 mm
+7,0 bis +31,3 %
Andere Bezugsperiode als obenDie Projektionen beziehen sich auf den Beobachtungszeitraum 1971-2000 (HYRAS, 5 km), die Kennwerte der Klimawirkungsanalyse dagegen auf 1991–2020 (1 km). Basiswerte und Änderungen dürfen deshalb nicht mit den Werten weiter oben verrechnet werden. Die Spanne ist keine Prognose, sondern das 15. bis 85. Perzentil des DWD-Referenz-Ensembles v2018 – sie bildet die Modellunsicherheit ab. Räumliche Zuordnung über 3 klimatische Naturräume auf Kreisebene; innerhalb eines Kreises sind die Werte identisch.
Betroffenheit nach Handlungsfeldern§ 2 Abs. 3 KAnK-VO
Ersteinschätzung der Relevanz je Handlungsfeld, abgeleitet aus den Klimakennwerten. Sie ersetzt nicht die Betroffenheitsanalyse: Diese verknüpft die Klimawirkung zusätzlich mit örtlichen Strukturen, vulnerablen Gruppen und dem Wissen der Fachämter. Die Leitfragen stammen aus der Handreichung der LUBW.
Bevölkerungsschutz und kritische Infrastruktur
hoch
Heiße Tage: sehr hochNd. Sommer: sehr hoch (offen)
Gab es in der Vergangenheit Einsatzlagen durch Starkregen, Hochwasser, Hitze oder Sturm?
Sind kritische Infrastrukturen (Krankenhäuser, Feuerwehr, Wasser- und Energieversorgung) in Gefahrenbereichen gelegen?
Bestehen Notfallpläne für längere Strom- oder Trinkwasserausfälle?
Gesundheit
hoch
Heiße Tage: sehr hochSommertage: sehr hoch
Wie hoch ist der Anteil hitzeempfindlicher Personen (über 65 Jahre, Kleinkinder, Vorerkrankte)?
Liegen Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Kitas und Schulen in thermisch stark belasteten Bereichen?
Existiert ein Hitzeaktionsplan und ein Trinkwasser- beziehungsweise Kühlraumangebot?
Landwirtschaft
hoch
Heiße Tage: sehr hochNd. Sommer: sehr hoch (offen)
Welchen Anteil hat die Landwirtschaft an der Flächennutzung und an der Wertschöpfung?
Gab es in den letzten Jahren Ertragsausfälle durch Dürre, Spätfrost oder Hagel?
Besteht Bedarf an zusätzlicher Bewässerung und ist Wasser dafür verfügbar?
Wald- und Forstwirtschaft
hoch
Heiße Tage: sehr hochNd. Sommer: sehr hoch (offen)
Wie hoch ist der Waldanteil und wie ist die Baumartenzusammensetzung?
Bestehen bereits Schäden durch Trockenheit, Borkenkäfer oder Sturmwurf?
Wie hoch ist die Waldbrandgefahr und ist der Waldumbau eingeleitet?
Naturschutz und Biodiversität
hoch
Heiße Tage: sehr hochNd. Sommer: sehr hoch (offen)
Gibt es klimasensible Schutzgebiete, Moore oder Feuchtlebensräume?
Sind Biotopverbund und Wanderkorridore ausreichend durchgängig?
Breiten sich wärmeliebende invasive Arten aus?
Wirtschaft und Energiewirtschaft
hoch
Heiße Tage: sehr hochNd. Sommer: sehr hoch (offen)
Sind Gewerbe- und Industriegebiete durch Hitze oder Überflutung gefährdet?
Bestehen Risiken für Kühlwasserverfügbarkeit oder Netzstabilität?
Sind Lieferketten wichtiger Betriebe klimabedingt verwundbar?
Tourismus
hoch
Sommertage: sehr hochHeiße Tage: sehr hoch
Welche Bedeutung hat der Tourismus wirtschaftlich vor Ort?
Sind saisonale Angebote (Wintersport, Badeseen, Wandern) klimaabhängig?
Verschiebt sich die Saison bereits erkennbar?
Verkehr
hoch
Heiße Tage: sehr hochNd. Sommer: sehr hoch (offen)
Kam es zu Schäden an Straßen, Schienen oder Brücken durch Hitze oder Starkregen?
Gibt es überflutungsgefährdete Unterführungen oder Hauptverkehrsachsen?
Sind Haltestellen und Radwege ausreichend beschattet?
Stadt- und Raumplanung
hoch
Heiße Tage: sehr hochNd. Sommer: sehr hoch (offen)
Bestehen innerörtliche Hitzeinseln und wie sind sie räumlich verteilt?
Sind ausreichend wohnungsnahe Grün- und Schattenflächen vorhanden?
Werden Klimabelange in Bauleitplanung und Innenentwicklung bereits berücksichtigt?
Wasser
nicht bewertbar
Nd. Sommer: sehr hoch (offen)Nd. Winter: mittel (offen)
Liegen Starkregengefahren- oder Hochwassergefahrenkarten vor und wo sind die Problembereiche?
Ist die Trinkwasserversorgung auch in längeren Trockenperioden gesichert?
Wie stark sind Gewässer und Grundwasserstände bereits von Trockenheit betroffen?
Boden, insbesondere Bodenerosion
nicht bewertbar
Nd. Sommer: sehr hoch (offen)
Gibt es Hanglagen mit erosionsgefährdeten Ackerflächen?
Traten bereits Bodenabträge oder Schlammabgänge nach Starkregen auf?
Wie hoch ist der Versiegelungsgrad in den Siedlungsbereichen?
Grundlage der EinschätzungBewertet werden allein die Hitzekennwerte, deren Wirkrichtung eindeutig ist. Niederschlag ist als Rang ausgewiesen, aber mit „offen" markiert: Ob ein hoher Wert entlastet oder belastet, hängt vom Handlungsfeld ab. Die Gefahrenkarten dazu finden Sie im Abschnitt Starkregen- und Hochwassergefahren; sie sind kartografisch eingebunden, gehen aber bewusst nicht als Automatik in diese Einstufung ein – die Auswertung erfolgt im Verfahren mit den Fachämtern. Das Handlungsfeld Wasser ist unabhängig davon stets vollständig zu betrachten.
Starkregen- und Hochwassergefahren§ 2 Abs. 2 Satz 9 Nr. 3 KAnK-VO
Die KAnK-VO verlangt kartografische Abbildungen zu Starkregen- und Hochwassergefahren sowie Ausschnitte aus den Starkregenhinweiskarten des Bundes. Dargestellt sind die Hinweiskarte Starkregengefahren des BKG und die Überflutungsflächen der EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie in der bundesweiten Zusammenführung der BfG.
Prüfe verfügbare Gefahrenkarten …
Die Zählung bezieht sich auf das umschließende Rechteck des Gebiets, nicht auf die exakte Gebietsgrenze – sie ist ein Hinweis auf Betroffenheit, keine Flächenbilanz. Für die Konzepterstellung sind die Karten der zuständigen Landesbehörden auszuwerten. Quellen: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (Hinweiskarte Starkregengefahren) und Bundesanstalt für Gewässerkunde (Hochwassergefahrenkarten der HWRM-RL).
Bemessungsniederschlag und Entwicklung
Wie stark der auslösende Regen ausfällt, ist bundesweit bekannt – auch dort, wo die Überflutungskarte noch fehlt. KOSTRA-DWD-2020 gibt an, welche Niederschlagshöhe statistisch in einer bestimmten Dauer und Wiederkehrzeit zu erwarten ist. Das hundertjährliche Stundenereignis ist genau der Regen, mit dem das BKG seine Hinweiskarte rechnet.
Dauer
alle 1 Jahr
alle 20 Jahre
alle 100 Jahre
60 Minuten
19 mm
37 mm
50 mm
24 Stunden
40 mm
79 mm
106 mm
Das hundertjährliche Stundenereignis liegt bei 50 mm und ist im Bundesvergleich sehr hoch (bundesweite Spanne 35 bis 62 mm, Median 45 mm).
Entwicklung bis 2071–2100 unter RCP 8.5
Kenntag
Basis 1971–2000
projiziert
Tage mit mindestens 20 mm Niederschlag
9,7 Tage
10,0 – 13,3 Tage
Tage mit mindestens 10 mm Niederschlag
34,3 Tage
32,7 – 38,7 Tage
Längste Trockenperiode
36,7 Tage
28,3 – 54,7 Tage
Trockentage im Sommer
56,0 Tage
60,0 – 67,0 Tage
Für Wassermangel sowie Hochwasser und Starkregen ist nach der Handreichung aus Gründen der Daseinsvorsorge das Hochemissionsszenario heranzuziehen. Steigende Starkregentage bei gleichzeitig längeren Trockenperioden sind kein Widerspruch: Der Jahresniederschlag verteilt sich auf weniger, dafür ergiebigere Ereignisse – was Überflutung und Wassermangel zugleich verschärft.
Vulnerable Einrichtungen und Grünflächen
Einrichtungen mit hitzeempfindlichen Nutzergruppen, kritische Infrastruktur und Grünflächen im Gebiet. Die Daten stammen aus OpenStreetMap und werden beim Öffnen live abgefragt.
Gliederung des Konzepts für Kippenheim nach den Pflichtbausteinen der KAnK-VO, in der Struktur des Referenzkonzepts der Stadt Singen. 2 von 8 Kapiteln lassen sich bereits vollständig aus den geladenen Daten füllen; die übrigen brauchen das Wissen der Fachämter vor Ort.
Einleitung und Anlass
Rechtlicher Rahmen, Ziel des Konzepts und Abgrenzung zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung. · KAnG, KlimaG BW
Daten liegen vor
Ausgangssituation und Bestandsaufnahme
Naturräumliche und sozioökonomische Lage, Flächennutzung sowie bestehende Planungsgrundlagen und Fachkonzepte. · § 29d Abs. 3 und 4 KlimaG BW
teilweise automatisiert
Klimawirkungsanalyse
Die sechs Pflichtkennwerte für die Gegenwart, ihre Veränderung gegenüber der Referenzperiode, die Einordnung im Bundesvergleich sowie die Projektionen für nahe und ferne Zukunft nach RCP 4.5 und RCP 8.5. · § 2 Abs. 2 KAnK-VO
Daten liegen vor
Betroffenheitsanalyse nach Handlungsfeldern
Verknüpfung der Klimawirkungen mit vulnerablen Gruppen, Einrichtungen und Infrastruktur in den elf Handlungsfeldern. · § 2 Abs. 3 KAnK-VO
teilweise automatisiert
Leitbild und Anpassungsziele
Strategische Zielsetzungen je Handlungsfeld, getrennt nach Kreis- und Gemeindeebene. · § 2 Abs. 3 Satz 1 KAnK-VO
vor Ort zu erarbeiten
Maßnahmenkatalog
Maßnahmensteckbriefe mit Priorität, Zuständigkeit, Zeithorizont und Kostenschätzung. · § 2 Abs. 4 KAnK-VO
vor Ort zu erarbeiten
Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit
Einbindung der Fachämter, der kreisangehörigen Gemeinden und der Öffentlichkeit. · § 29c KlimaG BW
vor Ort zu erarbeiten
Verstetigung, Monitoring und Evaluierung
Organisatorische Verankerung, Fortschrittskontrolle und Fortschreibung des Konzepts.
Was der Entwurf leistet und was nichtDie Kapiteltexte entstehen ausschließlich aus den oben dargestellten Kennzahlen und sind einzeln zu prüfen und freizugeben. Ein Maßnahmenkatalog mit konkreten Einzelmaßnahmen wird nicht erzeugt – er ist mit den Fachämtern zu erarbeiten.