Starkregen und Hochwasser
Seelbach
Gemeinde · Ortenaukreis (Landkreis), Baden-Württemberg · Gemeindeschlüssel 08317127
Gefahrenkarten§ 2 Abs. 2 Satz 9 Nr. 3 KAnK-VO
Die Karte blendet die Hinweiskarte Starkregengefahren des Bundes und die Hochwassergefahrenkarten der Länder ein. Beide zeigen unterschiedliche Phänomene: Starkregen kann überall auftreten, auch abseits von Gewässern; Hochwasser breitet sich entlang bestehender Gewässer aus.
Die Zählung bezieht sich auf das umschließende Rechteck des Gebiets, nicht auf die exakte Gebietsgrenze – sie ist ein Hinweis auf Betroffenheit, keine Flächenbilanz. Für die Konzepterstellung sind die Karten der zuständigen Landesbehörden auszuwerten. Quellen: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (Hinweiskarte Starkregengefahren) und Bundesanstalt für Gewässerkunde (Hochwassergefahrenkarten der HWRM-RL).
Bemessungsniederschlag und Entwicklung
Wie stark der auslösende Regen ausfällt, ist bundesweit bekannt – auch dort, wo die Überflutungskarte noch fehlt. KOSTRA-DWD-2020 gibt an, welche Niederschlagshöhe statistisch in einer bestimmten Dauer und Wiederkehrzeit zu erwarten ist. Das hundertjährliche Stundenereignis ist genau der Regen, mit dem das BKG seine Hinweiskarte rechnet.
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 20 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|
| 60 Minuten | 19 mm | 38 mm | 50 mm |
| 24 Stunden | 42 mm | 83 mm | 111 mm |
Das hundertjährliche Stundenereignis liegt bei 50 mm und ist im Bundesvergleich sehr hoch (bundesweite Spanne 35 bis 62 mm, Median 45 mm).
Entwicklung bis 2071–2100 unter RCP 8.5
| Kenntag | Basis 1971–2000 | projiziert |
|---|---|---|
| Tage mit mindestens 20 mm Niederschlag | 9,7 Tage | 10,0 – 13,3 Tage |
| Tage mit mindestens 10 mm Niederschlag | 34,3 Tage | 32,7 – 38,7 Tage |
| Längste Trockenperiode | 36,7 Tage | 28,3 – 54,7 Tage |
| Trockentage im Sommer | 56,0 Tage | 60,0 – 67,0 Tage |
Für Wassermangel sowie Hochwasser und Starkregen ist nach der Handreichung aus Gründen der Daseinsvorsorge das Hochemissionsszenario heranzuziehen. Steigende Starkregentage bei gleichzeitig längeren Trockenperioden sind kein Widerspruch: Der Jahresniederschlag verteilt sich auf weniger, dafür ergiebigere Ereignisse – was Überflutung und Wassermangel zugleich verschärft.